Covid-19 in Ecuador – was bedeutet das?

Vor einigen Wochen haben wir unseren Geschäftsbericht 2019 verteilt und versendet. Es war unser Jubiläumsjahr und hat viele wunderbare Begegnungen mit sich gebracht, die insbesondere an der Jubiläumsfeier in der Traube in Spielberg stattfanden. Wer hätte 2019 gedacht, dass im Jahr 2020 eine Pandemie über die gesamte Welt hereinbrechen würde, die unser Alltagsleben so sehr verändern wird.

Doch was bedeutet Covid-19 für unsere Partnerorganisation in Ecuador, die Stiftung Hermano Miguel? Wie erleben die Menschen in Ecuador diese schwierige Zeit?

Bereits im März musste die Stiftung ihren gesamten Betrieb einstellen. Die Direktorin entschied, den Mitarbeiter/innen weiter die Hälfte ihres Monatslohns zukommen zu lassen. Hierfür gibt es in Ecuador allerdings keinerlei staatliche Unterstützung. Die Kosten werden von der Stiftung übernommen, was eine große finanzielle Herausforderung darstellt. Außerdem finanziert die Stiftung viele der Versorgungsangebote für die arme Bevölkerung, über die Einnahmen, die durch Therapien für zahlende Kund/innen gemacht werden. Alle diese Einnahmen sind nun weggefallen, was die Stiftung in eine sehr schwierige finanzielle Situation bringt.

Seit Mitte Juni konnte die Stiftung Hermano Miguel nun wieder öffnen. Das Therapieangebot läuft unter strengen Hygieneauflagen und in sehr reduzierter Auslastung erneut an. Langsam ist eine Mobilisierung in der Hauptstadt Quito wieder möglich und man darf stundenweise das Haus verlassen. Zwischen den Provinzen kann man allerdings immer noch sehr schwer reisen, was auch für einige unserer Schützlinge dazu führt, dass sie im Moment nicht zur Stiftung könnten.

Der totale Lockdown war besondern für all die Menschen existenzbedrohend, die im informellen Sektor arbeiten. Von einem Tag auf den anderen sind für diese Familien alle Einnahmen weggefallen. Dies gilt auch für die Eltern unserer Schützlinge. Wir rechnen damit, dass wir dadurch in der kommenden Zeit mit eher geringeren Eigenanteilen der Familien rechnen können werden. Denn Covid-19 bedeutet nicht nur Ansteckungsgefahr, sondern auch Armut un Hunger in einem Land wie Ecuador.

Wir wollen in dieser Zeit unsere Schützlinge, aber auch die Stiftung Hermano Miguel so gut wie möglich unterstützen. So danken wir Ihnen wie immer, für Ihre Spenden und bedanken uns gleichzeitig bei allen, die bereits an die Schützlinge gedacht haben! Muchas gracias!